Der Palau de la Música Catalana in Barcelona ist zweifellos ein Juwel des katalanischen Jugendstils und zählt zu den schönsten Konzerthäusern der Welt. Kein anderer Konzertsaal vereint eine solche Vielfalt an angewandter Kunst – von Glasmalerei und Mosaik über Schmiedekunst bis hin zu Ziegel- und Keramikornamenten und Skulpturen. Selbst Künstler, die zum ersten Mal hier auftreten, schauen bewundernd um sich. Es überrascht daher nicht, dass der Palau de la Música Catalana im Jahr 1997 den Status als UNESCO-Weltkulturerbe erlangte.

Erbaut zwischen 1905 und 1908 ist der Palau ein Meisterwerk des katalanischen Architekten Lluís Domènech i Montaner, der zu Gaudís Zeitgenossen gehörte und als einer der führenden Vertreter des katalanischen Jugendstils, des Modernisme, gilt. Der Musikpalast verkörpert in allen Hinsichten die katalanische Kultur und Identität. Er wird als Symbol für ihre progressive und weltoffene Haltung betrachtet. Und es ist vollkommen nachvollziehbar, warum die Katalanen so stolz auf dieses Bauwerk sind. Auch über 100 Jahre nach seiner Errichtung strahlt der Palau noch immer in voller modernistischer Pracht und zieht Besucher aus aller Welt an. Die Konzerthalle wird regelmäßig genutzt und bietet die Möglichkeit, an Konzerten und Shows teilzunehmen. Es handelt sich um einen unumgänglichen Treffpunkt des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens Kataloniens.

Trotz der regelmäßigen Nutzung als Konzerthalle ist der Palau auch eine beliebte Touristenattraktion. Schon von außen beeindruckt er, doch um sein prächtiges Inneres kennenzulernen, könnt ihr zwischen einer selbstgeführten Besichtigung oder einer geführten Tour wählen. Während der Führungen habt ihr die Möglichkeit, den unverwechselbaren Stil und das außergewöhnliche Dekor der berühmten Inneneinrichtung zu bewundern. 

Also, egal, ob ihr ein Konzert besucht, an einer Führung teilnehmt oder einfach nur die Atmosphäre im gemütlichen Café des Palau genießen möchtet, ein Besuch dieses außergewöhnlichen Gebäudes sollte auf eure Liste stehen.

Alle auf einen Blick

  • Adresse: C/ Palau de la Música, 4-6, Barcelona
  • Metro: Haltestelle Urquinaona (rote Metrolinie L1 / gelbe Metrolinie L4)
  • Besuchszeiten: 9:00 – 15:30
  • Barrierefreiheit: Alle Räumlichkeiten sind für Menschen mit eingeschränkter Mobilität über        
  • Aufzüge in allen Stockwerken zugänglich.
  • Webseite: https://www.palaumusica.cat/

Führungen & Konzerte in Palau de la Música Catalana

Wenn ihr das Konzerthaus besuchen möchtet, könnt ihr ohne Ticket lediglich den Eingangsbereich und das angeschlossene Café erkunden. Leider ist der Zugang zu den meisten Bereichen des Gebäudes nur mit einer Eintrittskarte für eine Führung möglich. Wenn ihr den kostenpflichtigen Teil umgehen möchtet, ist ein Besuch des Palau dennoch lohnenswert. Durch Erkunden des Vestibüls, des Cafés und der Fassade könnt ihr bereits einen Eindruck von den Ideen des katalanischen Modernismus und des Architekten Lluís Domènech i Montaner gewinnen.

Um den gesamten Palau zu besichtigen, habt ihr zwei Möglichkeiten: Entweder nehmt ihr an einer Führung teil oder besucht ein Konzert. Eins steht fest: Der Musikpalast ist mit seinen beeindruckenden Innenbereichen definitiv einen Besuch wert und stellt eine tolle Abwechslung zur Gaudís Sagrada Família und dem Park Güell dar.

Führungen & Tickets

Die Eintrittspreise mögen zwar hoch sein, wie üblich in Barcelona, aber eine Besichtigung des Palau de la Música Catalana ist zweifellos lohnenswert. Es stehen verschiedene Ticketoptionen zur Verfügung:

  • Selbstgeführter Rundgang mit Audioguide, der auch auf Deutsch verfügbar ist.
  • (Preis: 22 EUR)
  • Geführte Touren auf Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch.
  • (Preis: 22 EUR)
  • Domènech i Montaner Pass, der eine Audioguide-Tour im Palau, den Eintritt ins Hospital Sant Pau und Tapas im Casa Fuster beinhaltet.
  • (Preis: 39 EUR)
  • Barcelona Card Modernista, die freien Eintritt zu 10 Highlights des Modernisme in Barcelona bietet.
  • (Preis: ab 130 EUR)

Wichtige Informationen:

  • Online erworbene Tickets ermöglichen den Zugang ohne Anstehen und Wartezeiten.
  • Die Führungen finden außerhalb der Konzertzeiten statt.
  • Führungen starten jede Stunde. 
  • Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt.
  • Mit der Barcelona Card erhält ihr einen 25% ermäßigten Eintritt.

Während einer Führung könnt ihr folgendes sehen:

  • den Konzertsaal des Palau de la Música mit seiner beeindruckenden Explosion aus Farben, Formen und Licht
  • die buntglasverzierten Fenster im Saal Lluís Millet
  • der beeindruckende Balkon mit seinen eleganten Buntglasfenstern und einzigartigen Säulen
  • die Proberäume des Chors Orfeó Català
  • ein kurze musikalische Darbietung der Orgel (die übrigens auch computergesteuert spielen kann)

Bei der Besichtigung werden  verschiedene repräsentative Räume erkundet, von denen jeder seinen eigenen Charme und seine besondere Atmosphäre besitzt.

Konzerte

Ich empfehle euch sehr, ein Konzert zu besuchen, denn es ist wirklich ein unvergleichliches Erlebnis. Praktisch täglich finden hier Konzerte statt und es wird so ziemlich jede Art von Musik gespielt. Der Spielplan im Palau de la Música umfasst alles von klassischer Musik über Flamenco, spanische Gitarre, Jazz, Rock und Pop – alles von höchster Qualität. Gelegentlich werden auch Opern aufgeführt, doch für Opernkonzerte ist das Gran Teatre de Liceu von Barcelona die beste Wahl. Im Palau de la Música werden Komponisten wie Mozart, Brahms, Dvořák, Verdi, Schubert und viele mehr gespielt, und sowohl weltbekannte Künstler als auch unbekannte Talente treten hier auf. Jährlich ziehen die vielfältigen musikalischen Veranstaltungen des Musikpalasts etwa eine halbe Million Besucher an.


Die Preise beginnen schon bei 20 EUR pro Konzert. Schaut euch das Programm an und hoffentlich könnt ihr hier auch ein Konzert genießen. Es gibt keine Kleiderordnung für den Palau de la Música Catalana, tragt einfach etwas Legeres und Bequemes.

Besucherinfos

Wo liegt Palau de la Música Catalana?

  • Adresse: Carrer Palau de la Música, 4-6, 08003 Barcelona

Der Palau de la Música liegt im Herzen von Barcelona, nur etwa 10 Gehminuten von Plaça Catalunya entfernt. Dank seiner zentralen Lage ist er sehr gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Die nächstgelegene U-Bahn-Station ist Urquinaona, die von den Metrolinien L1 und L4 bedient wird und sich etwa 100 Meter vom Palau entfernt befindet. Außerdem halten mehrere Stadtbusse in unmittelbarer Nähe.

Das Gebäude liegt in einer engen Altstadtgasse im Viertel El Born/La Ribera, einer der schönsten Gegenden Barcelonas. Es ist etwas eingezwängt zwischen den umliegenden Gebäuden, daher ist es nicht ganz einfach, die gesamte Pracht des Palastes auf einen Blick wahrzunehmen.

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Wie viel Zeit sollte man für den Besuch des Musikpalasts einplanen?

Die Führungen, ob mit Audioguide oder mit einem Tourguide, dauern knapp eine Stunde. Dazu kommt natürlich noch die Zeit für die Betrachtung der Fassade und eventuell eine Pause im wunderschönen Palau-Café. Also rechnet mit 1,5 bis 2 Stunden.

Was ist die beste Besuchszeit?

Plant euren Besuch im Palau de la Música Catalana an einem sonnigen Tag, um das natürliche Licht im Innenbereich des Konzertsaals in seiner vollen Pracht zu erleben, denn es ist absolut spektakulär. 

Der Musikpalast ist täglich geöffnet, allerdings variieren die Öffnungszeiten je nach Jahreszeit. Die regulären Besuchszeiten enden um 15:30 Uhr, aber im Juli und August werden Führungen bis 18:00 Uhr angeboten.

Der Besuch des Palau de la Música bei Dunkelheit während eines Konzerts hat aber auch einen ganz besonderen Charme. Die Beleuchtung ist erstklassig und verleiht dem Ort eine zauberhafte Atmosphäre.

Wo kann man in der Nähe des Palau de la Música etwas essen und trinken?

Café Palau
Ein schickes Café im Jugendstil befindet sich direkt im Foyer des Palau de la Música Catalana. Das Café verfügt außerdem über eine Terrasse, eine wunderschöne Oase, von der aus ihr bei sonnigem Wetter die Fassade des Palau bewundern könnt. Hier werden auch Getränke vor und nach Konzerten oder in den Pausen angeboten.

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Tosca Tapas y Vino:
Direkt gegenüber vom Palau de la Música befindet sich dieses Restaurant, wo ihr köstliche Tapas genießen könnt.

Was kann man in der Nähe des Palau de la Música Catalana besichtigen?

Ganz in der Nähe des Palau de la Música Catalana liegen die faszinierenden Viertel Barri Gòtic und El Born. Diese Gegend ist ideal für eine Erkundungstour durch die verwinkelten Gassen mit ihrer authentischen Altstadtatmosphäre.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören:

  • Basilika Santa Maria del Mar: Die Lieblingskirche der Barcelonesen und ein Juwel der katalanischen Gotik aus dem 14. Jahrhundert.
  • Plaça de Catalunya: Der Hauptplatz von Barcelona ist bekannt für seine prächtigen Springbrunnen und Statuen und dient als zentraler Knotenpunkt, an dem die wichtigsten Alleen zusammenlaufen.
  • Mercat de Santa Caterina: Die bei Einheimischen beliebte Markthalle mit ihrem sehr charakteristischen Dach und frischen Produkten ist auch definitiv einen Besuch wert.

Und in der Umgebung könnt ihr auch ausgiebig shoppen gehen. Weitere Informationen und Tipps zum Einkaufen in Barcelona findet ihr in meinem Artikel Barcelona Shopping Guide.

Highlights des Palau de la Música Catalana

Im Palau de la Música gibt es zahlreiche Höhepunkte – von einem beeindruckenden Farben- und Formenspiel, Glasmalerei, Mosaiken, Skulpturen bis Schmiedearbeiten. Der Stil von Lluís Domènech i Montaner ist einzigartig, übersät mit Blumen, die seine unverkennbare Handschrift sind.

Fassade

Die Fassade des Palau ist ein wahres Meisterwerk des katalanischen Modernismus – prächtig geschmückt mit geschwungenen Linien, dynamischen Formen und reichen floralen Verzierungen, die sowohl traditionelle als auch maurische Elemente vereinen. Die mosaikverzierten Säulen zeigen jeweils unterschiedliche Blumenmuster und lassen einen in Staunen versinken.

Auf der Fassade sowie im gesamten Gebäude sind Verweise auf die Natur, die universelle Musik und Katalonien zu finden – die drei Identitätssymbole des Palau de la Música.

An einer Ecke thront eine monumentale Skulptur, die dem katalanischen Volkslied (La cançó popular catalana) des Künstlers Miquel Blay gewidmet ist und den Schutzpatron Kataloniens, den Sant Jordi (Heiligen Georg), darstellt. Die Skulpturen von Sant Jordi und einer weiblichen Figur werden von einem Matrosen, Bauern, einem alten Mann, Kindern und Vertretern der Oberschicht umgeben. Dieses Ensemble symbolisiert, dass Musik für alle da ist, unabhängig von ihrem sozialen Status, und zeigt, dass der Palau de la Música Catalana der gesamten Stadt gehört.

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Über den Säulen, wo man den Kopf ziemlich hochheben muss, befinden sich Büsten großer Künstler wie Beethoven, Bach, Wagner und Palestrina, was auf den damals vorherrschenden Musikgeschmack hinweist.

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Ein kurioses Merkmal der Außenseite des Palau de la Música Catalana sind die nicht mehr genutzten Kassenhäuschen, die in die Säulen neben dem Haupteingang eingebaut sind. Sie sind auffallend niedrig, was darauf hindeutet, dass die Menschen vor hundert Jahren deutlich kleiner waren.

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Vestibül und Treppe

Wenn man durch den alten Eingang in der Carrer Sant Pere més Alt eintritt, wird sofort klar, dass die Pracht und Vielfalt der Materialien sich im Inneren des Palau de la Música Catalana fortsetzt. Das Vestibül ist äußerst kunstvoll gestaltet. Die Vertäfelung besteht aus glasierter Keramik mit Blumenreliefs, ebenso wie die Verzierungen an den Decken. 

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Eine monumentale Treppe, reich in Stein gemeißelt und mit vergoldeten Glasbalustern versehen, führt in den zweiten Stock. Diese prächtige Treppe wird von großen Laternen beleuchtet und verleiht dem Raum eine majestätische Atmosphäre.

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Vom Vestibül aus kann man weiter ins Café Palau gelangen, das sich im neueren Teil des Palau de la Música befindet. Auch hier setzt sich die reiche florale Dekoration fort. Das Café strahlt eine einladende Atmosphäre aus und bietet euch die Möglichkeit, sich inmitten der prächtigen Architektur zu entspannen und die Schönheit des Palastes in sich aufzunehmen.

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Konzertsaal

Der Konzertsaal ist zweifellos der Höhepunkt und das Herzstück des Palau de la Música Catalana. Als der größte Raum im gesamten Gebäude ist er der Hauptort für Konzerte und bietet Platz für 2.146 Zuschauer.

Der Saal ist reich an Figuren und Darstellungen, darunter die 18 Musen, die die Bühne umgeben und verschiedene Musikinstrumente aus verschiedenen Ländern und Regionen spielen. Die Musen stehen symbolisch für die Vielfalt der musikalischen Stile und repräsentieren den Geist des Palau de la Música Catalana als Ort, an dem jede Art von Musik willkommen ist.

Auf beiden Seiten der Bühne stehen zwei eindrucksvolle Skulpturen: eine Büste von Anselm Clavé auf der einen Seite und eine von Beethoven auf der anderen Seite. Sie repräsentieren die Volks- und die klassische Musik.

Die Walküren von Wagner sind ebenfalls unübersehbar, sie scheinen geradezu aus der Decke herauszuwachsen.

Zahlreiche Elemente der Natur zieren den Raum, darunter Blumen, Palmen und Früchte. Es wird gesagt, dass sich insgesamt 2000 Blumen im gesamten Gebäude befinden!

Das absolute Highlight des Konzertsaals ist jedoch das zentrale Oberlicht aus buntem Glas. Diese nach unten gewölbte, gläserne und farbenprächtige Kuppel stellt die Sonne und den Tropfen dar und verleiht dem Raum viel Licht. Der Palau de la Música Catalana ist der einzige Konzertsaal Europas, der dank seiner Buntglasdecke vollständig mit natürlichem Licht beleuchtet werden kann. Das viele Glas als Baumaterial im gesamten Musikpalast verleiht ihm eine einzigartige Helligkeit und schafft eine ganz besondere Atmosphäre.

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Von den oberen Zuschauerplätzen aus könnt ihr die volle Pracht des Saales genießen. Nehmt einfach Platz und lasst die Atmosphäre auf euch wirken. Dieses Erlebnis wird euch lange in Erinnerung bleiben.

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Orgel

Doch im Konzertsaal des Palau de la Música in Barcelona geht es nicht nur um das visuelle Erlebnis, sondern vor allem auch um die Musik. Die Bühne wird von einer prächtigen Orgel dominiert, die von dem renommierten Orgelbauer Walcker aus Ludwigsburg im Jahr 1908 installiert wurde. Trotz einiger Renovierungen klingt sie auch heute noch genauso großartig wie damals und bildet zusammen mit dem Saal und der Bühne ein äußerst harmonisches Ensemble.

Darüber hinaus wird die Akustik des Konzertsaals weit über die Grenzen Barcelonas hinaus gelobt und zählt zu den besten in ganz Europa. Das macht den Palau de la Música zu einem faszinierenden Meisterwerk, das sowohl visuell als auch akustisch beeindruckend ist.

Lluís Millet Saal

Der Lluís Millet Saal ist der Hauptanlaufpunkt für Besucher während der Pausen im Palau de la Música Catalana. Der Saal ist nach dem Maestro Millet benannt, dem Gründer der Orfeó Català Gesellschaft. Dieser Raum beeindruckt mit seinen großen Buntglasfenstern, die, wie im gesamten Palau, mit floralen Motiven geschmückt sind. 

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Hinter diesen Fenstern könnt ihr einen einmaligen Balkon entdecken, wo sich Säulen reihen, und die mit absolut einzigartigen Mosaikmustern und Farben verziert sind. Es wirkt wie ein magischer Mosaikwald!

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Petit Palau

Neben dem großen Konzertsaal verfügt der Palau de la Música Catalana auch über einen kleinen Saal, bekannt als Petit Palau. Dieser wurde im Jahr 2004 an das Hauptgebäude hinzugefügt und entsprechend der Vision des ursprünglichen Architekten gestaltet. Die Außenfassade ist mit einem Relief einer Palme in den Ziegeln verziert.

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Der Petit Palau ist ein modernes Auditorium, das nicht den gleichen kunstvollen Zauber wie der große Konzertsaal ausstrahlt. Er ist auch deutlich kleiner, mit einer Kapazität von 538 Plätzen, was im Vergleich zum Hauptkonzertsaal eine intimere Atmosphäre schafft.

Bei der Entwicklung des Petit Palau wurde speziell auf die Akustik geachtet, um eine Vielzahl von Musikgenres und Aufführungen optimal zu unterstützen. Er ist ideal für Kammermusik-Konzerte oder Veranstaltungen in kleinerem Rahmen geeignet. Darüber hinaus ist er mit hochmoderner audiovisueller Ausstattung ausgestattet, die auf dem neuesten Stand der Technik ist.

Souvenirgeschäft

Der Souvenir-Shop im Palau de la Música ist ein wahrer Schatz. Hier findet man originelle Geschenke, die sich von den üblichen Souvenirs abheben. Ob für Freunde, die Kleinsten oder einfach für sich selbst, hier ist für jeden etwas dabei. Inspiriert von der Musik, der Architektur und den dekorativen Elementen des Palau bietet der Shop eine vielfältige Auswahl an Dekorationsartikeln, Schmuck, Spielzeugen und Haushaltswaren. Besonders hervorzuheben sind die Spielzeuge in Form von Musikinstrumenten sowie die Andenken mit Motiven aus Glasmalerei und Keramik. Darüber hinaus bietet der Shop eine sorgfältig zusammengestellte Auswahl an CDs der Chöre des Hauses und klassischer Musik sowie eine Reihe von Büchern über Jugendstil-Architektur. Die Vielfalt des Angebots ist einfach beeindruckend.

Geschichte und Bau

Modernisme

Im 19. Jahrhundert gedieh in Katalonien ein wohlhabendes Bürgertum, das nach neuen Formen der Selbstdarstellung suchte. Der katalanische Modernismus war das Ergebnis dieser Suche nach Modernität, die nicht nur die Architektur, sondern auch Kunst, Literatur und Musik prägte. Diese Kunstbewegung wurde außerdem im wohlhabenden Katalonien durch großzügige Mäzene des Bürgertums stark unterstützt.

Charakteristisch für den Modernisme sind organische Formen, die Verbindung verschiedener Kunstformen wie Skulptur, Schmiedekunst, Keramik- und Glasmalerei sowie eine Vielfalt an architektonischen Stilen. All diese Merkmale sind im Palau de la Música deutlich erkennbar.

Lluís Domènech i Montaner

Zu den prominentesten Vertretern des Modernisme zählt zweifellos Antoni Gaudí. Doch Lluís Domènech i Montaner, der Architekt des Palau de la Música, war nicht nur einer der Gründer dieser Bewegung, sondern auch einer ihrer bedeutendsten Vertreter und einer der angesehensten Architekten in Barcelona.

Neben dem Palau de la Música Catalana ist das Hospital de la Creu i Sant Pau ein weiteres beeindruckendes Bauwerk des Architekten Lluís Domènech i Montaner, das sich in der Nähe der Sagrada Família befindet.

Auftraggeber: Orfeó Català

Der neue Palau de la Música wurde nicht von der Stadt Barcelona in Auftrag gegeben, sondern vom Orfeó Català – dem „Katalanischen Chor“. Dieser Volkschor wurde 1891 gegründet und erfreute sich um die Jahrhundertwende in Barcelona großer Beliebtheit. Und noch heute ist er der bedeutendste Chor Kataloniens.

Um den Aufführungen des Chors einen angemessenen Rahmen zu bieten, sollte der Palau als Heimstätte für den katalanischen Volkschor geschaffen werden. Daher war die Akustik im Konzertsaal zunächst ausschließlich auf Chorgesang ausgerichtet. Im Laufe der Zeit wurden jedoch Anpassungen vorgenommen, um auch die Nutzung von Instrumenten zu ermöglichen und eine klare Klangqualität sicherzustellen.

Der Orfeó Català tritt weiterhin regelmäßig im Palau de la Música auf und präsentiert dort abwechselnd vokal-orchestrale Repertoires sowie Chormusikprogramme, die traditionelle Musik und Werke katalanischer Autoren hervorheben. 

Der Palau de la Música Catalana ist Eigentum der Associació Orfeó Català, einer Stiftung, die sich zum Ziel gesetzt hat, die katalanische Musikkultur zu fördern, insbesondere die Chormusik, sowie das kulturelle Erbe zu bewahren und weiterzugeben. Seit 2012 liegt die Verantwortung für die Verwaltung und die Aktivitäten des Palau de la Música Catalana und seiner Chöre in den Händen dieser Stiftung. Die Beziehung zwischen dem Palau und dem Orfeó ist eine inspirierende Symbiose.

Der Grundstein des Palau de la Música Catalana wurde an dem Ort gelegt, wo sich heute der Proberaum des Orfeó Català befindet – ein kleines Juwel des Palau und ein gemütlicher, intimer Ort.

Finanzierung

Das beeindruckende und prunkvolle Bauvorhaben des Konzertsaals wurde von katalanischen Kaufleuten, Industriellen und Musikliebhabern finanziert – ähnlich wie bereits 60 Jahre zuvor beim Bau des Gran Teatre del Liceu.

Niemand war besser geeignet für die Umsetzung eines solchen architektonischen Großprojekts als Lluís Domènech i Montaner, der für seine Werke im katalanischen Jugendstil bekannt war. Er selbst beschrieb den Palau de la Música Catalana als einen “Garten für die Musik“, und dies spiegelt sich treffend in der Realität wider. Hier wurden die Pracht der Blumen mit der Kraft der Musik vereint.

Standortwahl

Nachdem der Auftraggeber, der Architekt und die Finanzierung gesichert waren, stellte sich die Frage: Wo sollte der neue Palau erbaut werden? Die meisten anderen herausragenden Gebäude dieser Zeit, wie die von Antoni Gaudí, befanden sich im damals neu entstehenden Stadtviertel des 19. Jahrhunderts, dem Eixample.

Jedoch wurde für dieses Projekt aus verschiedenen Gründen die Altstadt ausgewählt. An der Stelle, an der sich heute der Palau de la Música Catalana befindet, stand einst ein altes Kloster, das abgerissen wurde, um Platz für den Bau des Palau de la Música Catalana zu schaffen. Der Bau des Palau de la Música Catalana erstreckte sich von 1905 bis 1908.

Bauelemente

Das Palau de la Música besteht aus einer metallischen Struktur, die mit Glas verkleidet ist und dadurch mehrere Teile des Gebäudes miteinander verbindet.

Großzügige Öffnungen in den Decken und Fassaden lassen reichlich Licht eindringen. Dabei wurden unterschiedliche Baumaterialien wie Stein, Ziegel, Eisen, Glas und Keramik in das Design integriert.

Die ursprüngliche Fassade diente bis 1989 als alleiniger Zugang zum Palau de la Música Catalana, bevor die Erweiterung des Gebäudes erfolgte.

Erweiterung und Restaurierung 

In den 1980er Jahren wurde der Palau de la Música Catalana renoviert, erweitert und modernisiert, um zusätzliche Funktionen zu integrieren, während sein ursprünglicher Charme erhalten blieb. Diese Renovierung wurde in den 2000er Jahren mit einem zweiten Teil fortgesetzt. Teil der Renovierungsarbeiten umfassten zusätzliche dekorative Elemente an der Fassade sowie die Ergänzung eines sechsstöckigen Nebengebäudes, das Garderoben, eine Bibliothek, ein Archiv und einen Sitzungssaal beherbergt.

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Auszeichnungen 

Im Jahr 1908 wurde der Musikpalast vom Stadtrat von Barcelona als bestes Gebäude des Jahres ausgezeichnet. 1971 wurde er zum Nationaldenkmal erklärt, und im Jahr 1997 erhielt der Palau de la Música Catalana den Status des UNESCO-Weltkulturerbes (gemeinsam mit dem Hospital de Sant Pau). Als einziger Konzertsaal weltweit wurde ihm diese Ehre zuteil.

Warum sich ein Besuch des Palau de la Música lohnt

Das Gebäude beeindruckt einfach durch seine imposante Pracht und Schönheit. Es repräsentiert den Modernisme in seiner vollsten Blüte und zählt zweifellos zu den herausragendsten Werken des katalanischen Jugendstils. Während der Besichtigung erhaltet ihr einen Einblick in die Geschichte des Palau de la Música, lernt alles über seine architektonischen Merkmale und erfahrt, warum dieses Gebäude für Katalonien und insbesondere Barcelona von großer Bedeutung ist. Besonders spannend sind die Geschichten über den Architekten Lluís Domènech i Montaner und seine Vision, aus dem Palau einen Tempel der Musik zu erschaffen. Selbst wenn ihr keine Führung mitmacht, solltet ihr dieses prachtvolle Bauwerk zumindest einmal von außen betrachten. Und ein weiterer Tipp: Besucht auch das von Domènech i Montaner errichtete Hospital de Santa Creu y de Sant Pau.

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