Im Nordosten Spaniens liegt Katalonien, oder ‘Catalunya’, wie es auf Katalanisch genannt wird. Diese autonome Region zählt zu den beliebtesten und meistbesuchten Regionen Spaniens – und das aus gutem Grund. Katalonien bietet eine unglaublich vielfältige Palette an faszinierenden und sehr unterschiedlichen Attraktionen.

Von den mediterranen Küstenstädten bis zu den malerischen mittelalterlichen Dörfern, von den majestätischen Pyrenäen mit zahlreichen Wanderwegen für Naturfreunde bis zu den Traumbuchten der Costa Brava mit atemberaubendem Blick auf das Mittelmeer. Die jahrtausendealte Kulturgeschichte Kataloniens, UNESCO-Welterbestätten, Werke berühmter Künstler wie Gaudí oder Dalí sowie eine weltweit bekannte Gastronomie machen es zu einem perfekten Reiseziel für jede Gelegenheit.

Die Auswahl der besten Orte war eine Herausforderung und fiel mir ziemlich schwer. Dabei habe ich darauf geachtet, einen ausgewogenen Mix aus Kultur und Natur, bekannten Highlights und weniger bekannten Sehenswürdigkeiten zusammenzustellen.

Die Orte sind nach ihrer Entfernung von Barcelona sortiert, und zu jedem Ort habe ich die zugehörige Provinz hinzugefügt. Katalonien setzt sich aus vier Provinzen zusammen: Barcelona, Girona, Tarragona und Lleida.

Hier sind nun die schönsten Orte in Katalonien, die Highlights, die ihr unbedingt besichtigen müsst.

1. Barcelona

Meine Liste wäre unvollständig, wenn die Hauptstadt Kataloniens fehlen würde – die absolute Nummer eins unter den besten Sehenswürdigkeiten in Katalonien. Barcelona, eine international beliebte und äußerst facettenreiche Stadt, bietet all das und noch viel mehr: jahrtausendealte Geschichte, geschichtsträchtige Viertel, modernistische Architektur, Museen für jeden Geschmack, innovative Stadtplanung, kosmopolitisches Flair, ein beeindruckendes gastronomisches Angebot, lebendiges Nachtleben, erstklassige Einkaufsmöglichkeiten und nicht zuletzt einen kilometerlangen Strand. Es gibt wohl kaum jemanden, der diese Stadt nicht schätzt!

Für weitere Informationen lest meinen Artikel über die Top-Highlights in Barcelona.

Barcelona

2. Sitges

Entfernung von Barcelona: 39 km
Provinz: Barcelona

Sitges, das lebhafte und beliebte Städtchen an der Küste, liegt an der wunderschönen Costa del Garraf. Wenn man aus Barcelona kommt, wirkt Sitges wie eine mediterrane Oase. Die Stadt beeindruckt mit 17 natürlichen Stränden, einer attraktiven und langen Promenade, einem Sporthafen sowie einer der besten Surfmöglichkeiten in Katalonien.

Abgesehen von seiner malerischen Küste zeichnet sich Sitges durch typisch weiß getünchte Häuser, schöne Fassaden im modernistischen Stil und enge, geschichtsträchtige Gassen aus. Neben historischen Gebäuden beherbergt Sitges auch mehrere Museen, die einen Einblick in die Geschichte Kataloniens bieten.

Die Stadt ist auch für ihren farbenfrohen Karneval bekannt, der sowohl von Einheimischen als auch von Touristen aus ganz Spanien und der Welt besucht wird. Ebenso berühmt ist das jährliche Filmfestival im Herbst, das als eines der wichtigsten Filmfestivals spezialisiert auf Horror- und Fantasy-Filme angesehen wird.

Sitges strahlt zudem eine bemerkenswerte Freiheit und Weltoffenheit aus, insbesondere in der ausgeprägten LGBT-Szene. 

Mit solch vielfältigen Facetten ist es absolut unmöglich, sich in Sitges zu langweilen. Schon im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wussten dies die Künstler, die Sitges als beliebten Treffpunkt wählten, um sich inspirieren zu lassen. Heutzutage zieht Sitges sowohl als Reiseziel als auch als Wohnort viele Menschen an.

Sitges ist eine nachhaltige Destination, die Tourismus fördert, welcher respektvoll mit dem kulturellen und natürlichen Erbe umgeht. Hierfür wurde die Stadt mit dem UNESCO-Biosphären-Zertifikat ausgezeichnet.

Sitges

3. Penedès

Entfernung von Barcelona: 40-54 km
Provinz: Barcelona

In Katalonien nimmt die Weinkultur einen hohen Stellenwert ein. Eine Reise durch Katalonien wäre daher unvollständig ohne eine Weinverkostung.

Penedés ist eine berühmte Weinregion und beeindruckt mit malerischen Landschaften, geprägt von üppigen Weinreben, Olivenhainen, sanften Hügeln, gemütlichen Dörfern und atemberaubenden Panoramablicken über Land und Meer. Wenn euch die Schönheit bereits den Atem raubt, rundet eine Weinverkostung das Erlebnis perfekt ab. Hier findet ihr zahlreiche kleine und große Weingüter, die Touren durch ihre Weinkeller anbieten sowie anschließende Weinproben. Wein-Routen und Wanderungen durch die Weinberge sind weitere Möglichkeiten, die Vielfalt zu entdecken. Es fällt schwer, diesen Ort ohne einen gewissen Rausch des Genusses zu verlassen.

Äußerst berühmt und beliebt ist in Penèdes die sogenannte Weinstraße. Diese 35 Kilometer lange historische Route verbindet die Weinberge des Penedès mit den Stränden des Garraf. Ursprünglich wurde diese Route genutzt, um den im Landesinneren produzierten Wein zum Hafen zu transportieren, von wo aus er dann in die ganze Welt vermarktet wurde.

Es handelt sich um eine gemeinsame Initiative von 7 Gemeinden und 13 Weinkellereien. Der Startpunkt liegt in Sant Martí Sarroca und führt durch die Orte Pacs del Penedès, Vilafranca del Penedès, Sant Miquel de Olèrdola, Canyelles und San Pere de Ribes bis nach Sitges. Abgesehen von den Weinproben bietet die Route die Möglichkeit, die einzelnen Dörfer zu besuchen, in denen man eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten entdecken kann – von iberischen Überresten bis zu modernistischen Elementen, Schlössern und traditioneller Architektur der Region sowie eine abwechslungsreiche Gastronomie. In Vilafranca del Penedes gibt es sogar ein kleines Weinmuseum namens Vinseum. Für diese Weinroute braucht ihr entweder einen nüchternen Fahrer oder noch besser, schließt euch einer organisierten Tour an.

Ein weiterer wunderbarer Ort für einen Besuch in Penèdes ist Sant Sadurní d’Anoia, Heimat der Weinfarm von Codorníu, die man bei einer interessanten Tour erkunden kann. Dieses Familienunternehmen stellt seit dem 19. Jahrhundert Cava her, einen Schaumwein, sozusagen den katalanischen Champagner. Cava ist zweifellos das absolute Herzstück der katalanischen Weinkultur.

Penedès

4. Montserrat

Entfernung von Barcelona: 49 km
Provinz: Barcelona

Montserrat ist eines der bedeutendsten Wahrzeichen Kataloniens. Diese außergewöhnliche Felsformation, deren charakteristische Morphologie der Bergkette auch ihren Namen gab (Mont Serrat – Gesägter Berg), ist bereits vom Weitem sichtbar. Die Bergkette erhebt sich majestätisch über 1.200 Meter über dem Meeresspiegel und bietet eine Vielzahl faszinierender Wander- und Kletterrouten.

Für die Erkundung des Berges stehen verschiedene Transportmittel zur Verfügung, darunter eine Zahnradbahn, eine Standseilbahn und eine Luftseilbahn. Diese ermöglichen es, atemberaubende Aussichten auf die einzigartige Naturlandschaft zu genießen. Vom Gipfel aus eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama mit dem Blick vom Mittelmeer bis zu den Pyrenäen.

Neben seiner natürlichen Schönheit ist Montserrat auch für sein gleichnamiges Benediktinerkloster, Santa Maria de Montserrat, bekannt. Dieses imposante Kloster liegt gut versteckt inmitten des zerklüfteten Bergmassivs auf einer Höhe von 720 Metern. Die Klosteranlage ist besonders berühmt für die schwarze Madonna “La Moreneta”, eine hoch verehrte Skulptur der schwarzen Jungfrau. Diese Statue gilt als eines der besonderen Heiligtümer Kataloniens und zieht viele Pilger an, wodurch Montserrat zu einem der meistbesuchten Orte der Region wird. Zur Ehre der Moreneta stimmt auch der berühmte Knabenchor von Montserrat täglich Kirchengesänge an. Dies trägt dazu bei, die spirituelle Atmosphäre des Klosters zu betonen und macht den Besuch von Montserrat zu einer einzigartigen und faszinierenden Erfahrung, sowohl für Gläubige als auch für kulturell interessierte Besucher.

Im Klostermuseum befindet sich zudem eine erstklassige Gemäldesammlung. Neben Werken von Künstlern wie Dali, El Greco und Monet können Besucher auch liturgische und archäologische Ausstellungsstücke bewundern.

Eine bemerkenswerte Tradition besagt, dass jeder Katalane mindestens einmal in seinem Leben nach Montserrat wandern sollte. Diese Wanderung wird nicht nur als physische Reise betrachtet, sondern symbolisiert auch eine spirituelle oder kulturelle Reise. 

Kloster Montserrat

5. Montseny

Entfernung von Barcelona: 73 km
Provinz: Barcelona

Montseny, ein ausgedehnter Naturpark unweit von Barcelona, gilt als eine der wichtigsten grünen Lungen Kataloniens. Dieses Naturgebiet ist ein faszinierendes Mosaik aus Landschaften und Vegetation, das sowohl Merkmale mitteleuropäischer als auch mediterraner Regionen aufweist. Beim Durchqueren des Montseny-Gebirges vom Fuß bis zu den Gipfeln erlebt man aufgrund der vielfältigen Vegetation und Landschaften geradezu eine Reise von Süd- nach Nordeuropa. Hier lassen sich die charakteristischen Pflanzenarten von mediterranen Regionen bis hin zu mitteleuropäischen Zonen entdecken. Montseny beherbergt zudem eine beeindruckende Vielfalt an Tierarten.

Die Vielfalt der Pflanzenbestände, die Variationen der Landschaft und die reiche faunistische Vielfalt auf einem vergleichsweise kleinen Gebiet erklären auch, warum die UNESCO den Montseny in das weltweite Netz der Biosphärenreservate aufgenommen hat. 

Im Montseny-Naturpark stehen zahlreiche Wander- und Trekkingrouten zur Verfügung, die es ermöglichen, das Gebiet optimal zu erkunden. Neben der natürlichen Schönheit des Parks bildet das bauliche Kulturgut des Montseny-Massivs eine weitere bedeutende Attraktion. Hierzu zählen mehrere Burgen, und auch zahlreiche Bergkirchen im romanischen Stil. Besonders reizvoll sind Touren von Burg zu Burg, Wanderstrecken zu imposant hohen Bäumen, Routen entlang der Flussläufe sowie Wanderwege zu den höchsten Gipfeln des Massivs. Der Turó de l’Home mit seiner Höhe von 1712 Metern ist dabei der höchste Gipfel und bietet spektakuläre Ausblicke.

Montseny

6. Tossa de Mar

Entfernung von Barcelona: 87 km
Provinz: Girona

Tossa de Mar ist ein bekannter und äußerst charmanter Ort an der Costa Brava, der sich durch seine gut erhaltene Altstadt (Vila Vella), die mittelalterliche Stadtmauer mit Wachtürmen auf einem Hügel und die idyllischen Strände auszeichnet. Diese Elemente verschmelzen zu einem der malerischsten Panoramen Kataloniens. Daher wird Tossa de Mar oft als die „Perle der Costa Brava“ bezeichnet. Tossa de Mar bietet eine gelungene Mischung aus allem: lebhaftem Nachtleben sowie einem ruhigen Familienurlaub inmitten einer idyllischen Postkartenlandschaft.

Die robusten Stadtmauern schützten Tossa de Mar seit dem Mittelalter. Ein Großteil dieser Befestigungsanlage wurde bereits im 12. Jahrhundert errichtet. Die schmalen Gassen der Altstadt und die Festung versetzen Besucher bei einem Spaziergang zurück ins Mittelalter. Mit der Verringerung der Gefahr von Angriffen weitete sich die katalanische Stadt im Laufe der Zeit auch über die Grenzen der Stadtmauern hinaus aus. 

Während des Rundgangs stoßt ihr auf eine Statue von Ava Gardner, die das Dorf berühmt gemacht hat. Die älteren Einwohner schwelgen noch heute voller Begeisterung in Erinnerungen daran, wie Ava Gardner während der Dreharbeiten zu “Pandora und der fliegende Holländer” durch die Straßen von Tossa de Mar flanierte. Es wird erzählt, dass dieser Film maßgeblich dazu beitrug, dass die Costa Brava zu einem bedeutenden Touristenziel wurde.

In den kleinen Buchten rund um Tossa de Mar könnt ihr im klaren, blauen Wasser des Mittelmeers schwimmen. Die Strände, die in die felsige Küste der Costa Brava eingebettet sind, präsentieren sich spektakulär, und ein Spaziergang entlang der Uferpromenade ist äußerst angenehm. Am Hafen herrscht lebhaftes Treiben, und von hier aus werden Touren mit Ausflugsbooten zu den malerischen Buchten der Umgebung angeboten.

Ebenfalls beliebt sind die Wanderwege entlang der Küste, bekannt unter dem Namen “Cami de Ronda”, die oberhalb der Buchten verlaufen. Sie führen manchmal durch grüne Pinienwälder und manchmal über Klippen. Von hier aus könnt ihr in nördlicher Richtung nach Sant Feliu de Guixols oder in südlicher Richtung nach Lloret de Mar gelangen. Auf beiden Wegen könnt ihr fantastische Ausblicke auf das Meer genießen.

Wenn ihr in Lloret de Mar seid, solltet ihr unbedingt die Jardins de Santa Clotilde besuchen – einen wunderschönen Garten im Stil der italienischen Renaissance mit Terrassen, Brunnen, Statuen und einer sorgfältigen Anordnung von Pflanzen und Blumen. Die Gärten befinden sich auf einem Hügel mit Blick auf das Mittelmeer und bieten einen atemberaubenden Panoramablick.

Tossa de mar

7. Cardona

Entfernung von Barcelona: 89 km
Provinz: Barcelona

Cardona ist vielleicht einer der weniger bekannten Ausflugsorte in dieser Liste, aber das bedeutet keineswegs, dass der Ort weniger zu bieten hat!

Es mag zwar ein kleines Dorf sein, aber seine Bedeutung in der Geschichte Kataloniens ist umso größer. Dies verdankt es seiner strategischen Lage an wichtigen Handelsrouten und seinem reichen Salzvorkommen. Das Salzbergwerk von Cardona ist eines der ältesten und produktivsten in ganz Europa.

Es handelt sich um ein einzigartiges Naturphänomen. Die Höhe des 120 Meter hohen Salzbergs repräsentiert lediglich die Oberfläche eines gewaltigen Salzstocks, der sich fast zwei Kilometer in die Tiefe erstreckt. Bei einer Führung habt ihr die Möglichkeit, bis zu einer Tiefe von 86 Metern hinabzusteigen und das beeindruckende Schauspiel der Formen und Strukturen des Salzstocks zu bewundern. Es ähnelt einem Labyrinth aus Höhlen. Die Besucher können die unterirdischen Stollen erkunden und dabei vieles über die außergewöhnliche Geologie des Ortes sowie die Geschichte der Salzgewinnung in der Region erfahren. Ein Ort, den ihr nicht so schnell vergesst.

Ein weiteres Highlight von Cardona ist die beeindruckende Burg, eine historische Festungsanlage namens Castell de Cardona. In den beinahe 12 Jahrhunderten ihrer Geschichte wurde die Burg niemals erobert, was sie allein schon zu etwas ganz Besonderem macht. Die Burg ist für Besucher zugänglich, und es besteht sogar die Möglichkeit, im Inneren des Burgkomplexes im Hotel Parador zu übernachten.

Cardona

8. Naturpark Vulkangebiet Garrotxa

Entfernung von Barcelona: 92 km
Provinz: Girona

Dieser Naturpark erstreckt sich über ein Gebiet mit zahlreichen inaktiven Vulkanen, Kratern und Lavaströmen. Die 20 basaltischen Lavaströme und die fast 40 strombolianischen Vulkankegel, die hier zu finden sind, zeugen von den Kräften, die einst aus dem Inneren der Erde wirkten.

Der Hauptort der Region ist die Stadt Olot, die von vier Vulkanen umgeben ist. Zwei davon, der Montovilet und der Montsacopa, können bestiegen werden. Darüber hinaus ist die Region von Wäldern, Flüssen und Wasserfällen durchzogen. Ein wahres Paradies für Naturliebhaber und einer der schönsten Orte in Katalonien.

Zu den Highlights in der Garrotxa gehört das Dorf Castellfollit de la Roca. Das Dorf thront auf einem Basaltkamm, der aus zwei übereinanderliegenden Lavaströmen besteht. Es scheint fast, als verschmelze das Dorf mit dem imposanten, 50 m hohen und fast 1 km langen Felsen. Die beeindruckende Mauer ist das Resultat der Erosion zweier Flüsse auf den Überresten der Lavaströme. Vom unteren Ende des Felsens aus lässt sich die Einzigartigkeit dieses Ortes am besten betrachten. Das Dorf selbst ist winzig und in wenigen Minuten durchquert. Am hinteren Ende des Dorfes eröffnet sich ein faszinierendes Panorama mit unglaublichen Ausblicken auf die umgebende Natur und benachbarte Orte in Katalonien.

Castellfollit de la Roca

9. Girona

Entfernung von Barcelona: 101 km
Provinz: Girona

Die zweitgrößte Stadt Kataloniens gerät leider oft etwas in den Schatten ihrer großen Schwester Barcelona. Doch das ist unfair, denn es handelt sich um eine wunderschöne Stadt mit einer bezaubernden Altstadt.

Girona besticht durch ein großartiges Labyrinth aus schmalen Gässchen, Plätzen und Treppen, eine imposante Kathedrale, eine beeindruckende Stadtmauer, römische Ruinen, arabische Bäder und den mediterranen Charme. All das macht diesen Ort zu einer Augenweide.

Die Stadt Girona atmet eine reiche Historie und ist äußerst fotogen. Die romanischen Mauern der Stadt markieren die antiken Grenzen. Ihr könnt entlang dieser Mauern spazieren und es ist ein fantastischer Ort, um einige Schnappschüsse von der Stadt zu machen. Auch andere Religionen haben ihre Spuren in Girona hinterlassen. Im Mittelalter befand sich hier eines der größten jüdischen Viertel Europas, das heute als eines der am besten erhaltenen jüdischen Viertel der Welt gilt.

Das Highlight der Stadt ist zweifellos die Kathedrale. Sie thront eindrucksvoll über einer langen Treppe. Schon von außen strahlt die Kathedrale in einer beeindruckenden Pracht, doch beim Durchschreiten ihres Tores fehlen einem buchstäblich die Worte. Sie verfügt mit fast 23 Metern über das breiteste gotische Kirchenschiff der Welt.

Auch der Fluss Onyar, der die Stadt durchquert, bietet von seinen Brücken aus atemberaubende Ausblicke. Die von Eiffel erbaute rote Brücke ist dabei absolut malerisch. Zudem ist die Stadt für ihre bunten und entlang des Flusses Onyar hängenden Häuser bekannt.

Kein Wunder, dass Girona auch als Drehort fungierte und zwar für Game of Thrones.

Girona verfügt zudem über eine hervorragende gastronomische Szene. Ihr solltet definitiv genügend Zeit einplanen, um die köstlichen Restaurants voll und ganz zu genießen.

Girona

10. Tavertet

Entfernung von Barcelona: 103 km
Provinz: Barcelona

Tavertet ist ein malerisches Reiseziel, eingebettet in eine atemberaubende Naturkulisse, umgeben von Hügeln und Klippen – perfekt für alle, die Ruhe suchen und die freie Natur erkunden möchten. Dieses kleine katalanische Bergdorf thront auf einem felsigen Vorgebirge, 900 Meter über dem Meeresspiegel, und vermittelt das Gefühl, als wäre die Zeit hier stehen geblieben. Mittelalterliches Kopfsteinpflaster, alte Steinhäuser und eine beinahe 1000 Jahre alte romanische Kirche prägen die Kulisse.

Die spektakulären Aussichten von Tavertet auf die umliegende Landschaft lassen das Herz aller Fotografen höherschlagen. Mehrere Aussichtspunkte bieten einen Panoramablick über die Region.

Unterhalb der Klippen erstreckt sich der Pantà de Sau, ein malerischer Stausee. Dieser Ort lädt zu entspannten Spaziergängen entlang seiner Ufer ein und bietet bei ausreichendem Wasserniveau auch Möglichkeiten für Wasseraktivitäten. Der Stausee hält jedoch auch eine überraschende Entdeckung bereit – die Überreste einer romanischen Kirche, die in Zeiten von Dürre oder bei niedrigem Wasserstand aus dem See auftauchen. Dies verleiht der Umgebung eine magische und einzigartige Atmosphäre. Die Kirche und das gesamte Tal wurden in den 1960er Jahren während des Baus des Staudamms überflutet. Die Überflutung der Kirche hat zu verschiedenen Legenden und folkloristischen Erzählungen in der Region geführt. Einige sprechen von Glocken, die in stillen Nächten noch immer vom Grund des Stausees widerhallen.

Tavertet

11. Rupit

Entfernung von Barcelona: 107 km
Provinz: Barcelona

Ein weiteres mittelalterliches Dorf, das sich inmitten einer bergigen Umgebung befindet und den Besuchern ein authentisches und rustikales Erlebnis bietet. 

Die Altstadt ist sehr gut erhalten und der mittelalterliche Charme wurde hervorragend bewahrt. Ein Spaziergang durch die gepflasterten Straßen, an Steinhäusern vorbei und über eine hölzerne Hängebrücke versetzt die Besucher in die Vergangenheit. 

Aber nicht nur das Dorf selbst ist ein großartiges Ausflugsziel, sondern auch die vielen spektakulären Wanderwege in der Umgebung. Einer dieser Pfade führt zum Salt de Sallent, einem Wasserfall, der knapp 30 Minuten Fußweg vom Dorfzentrum Rupits entfernt liegt. Es handelt sich um einen beeindruckenden Wasserfall mit einer Fallhöhe von etwa 100 Metern, dem höchsten in Katalonien.

Kein Wunder, dass Rupit eines der malerischsten und meistbesuchten Dörfer Kataloniens ist, das man unbedingt gesehen haben muss.

Rupit

12. Salvador Dalí Triangle 

Entfernung von Barcelona: 122 – 172 km
Provinz: Girona

Salvador Dalí, wohl der bekannteste spanische Maler und außergewöhnlichste Künstler, zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Surrealismus. Geboren in Katalonien, verbrachte Salvador Dalí auch den Großteil seines Lebens in dieser Region, während er viele seiner berühmten Werke schuf. Drei Hauptattraktionen im Zusammenhang mit Salvador Dalí sind zu beliebten touristischen Sehenswürdigkeiten geworden und bilden das sogenannte Dalí-Dreieck.

Theater-Museum Figueres

Figueres ist der Geburtsort von Salvador Dalí, und hier wurde im Jahr 1974 das Dalí-Museum gegründet. Das Museum entstand auf den Ruinen des durch den Spanischen Bürgerkrieg zerstörten Stadttheaters und wurde von Dalí zu einem Museum umgestaltet, daher der Name Theater-Museum. Das Gebäude zählt zu den eigenartigsten und surrealistischsten, die der Künstler je entworfen hat – manche sagen sogar, es sei sein größtes Werk. Sowohl von innen als auch von außen begeistert es mit skurrilen Elementen und entführt die Besucher in die seltsame, traumhafte Welt, die Salvador Dalí geschaffen hat. Mit dem Dalí-Museum in Figueres erfüllte sich der exzentrische Maler einen Lebenstraum, und hier fand er auch seine letzte Ruhestätte in einer Krypta. Das Museum zählt zu den beliebtesten in ganz Spanien.

Salvador-Dali-Haus-Museum

In der Nähe des Fischerdorfes Cadaqués befindet sich in Portlligat das Haus-Museum Salvador Dalí. Dieses Haus war damals Dalís einziger fester Wohnsitz, an dem er über mehrere Jahrzehnte, von den 1930er Jahren bis 1982, lebte und arbeitete. Da sich das Haus am östlichsten Teil von Katalonien befindet, war Dalí stolz darauf, auf diese Weise jeden Morgen als erster Katalane den Sonnenaufgang betrachten zu können. Heute kann man in diesem Museum eine Vielzahl von Gemälden und Kunstgegenständen besichtigen.

Es gibt in Katalonien und wohl auf der ganzen Welt kein vergleichbares Haus. Das Innere des Hauses hat eine labyrinthische Struktur und viele kleine Räume. Das Haus ist durch und durch surreal, mit ungewöhnlichen Möbeln und Dekorationen, die Dalís exzentrischen Geschmack widerspiegeln. Es umfasst einige der Originalmöbel und ein paar seiner Kunstwerke. Dies ist der einzige Ort, an dem ihr wirklich sehen könnt, wie Dalí lebte.

Púbol Schloss

Dalí erwarb das Schloss Púbol als Geschenk für seine Frau Gala. Die Idee war, dass Púbol als Ort dienen sollte, an dem Gala Zuflucht und Privatsphäre finden konnte. Dalí führte umfassende Renovierungsarbeiten am Schloss durch, verwandelte es in einen luxuriösen Ort und schmückte es mit Kunstwerken und persönlichen Gegenständen. Das Schloss Púbol ist ein bedeutender Ort der dalinischen Schöpfung und stellt eine Fortsetzung von Portlligat dar. Dalí bestimmte, dass er das Schloss nur nach schriftlicher Einladung von Gala betreten durfte.

Nach dem Tod Galas im Jahr 1982, zog Dalí zog von seinem Wohnhaus in Portlligat in das Schloss, wo er sein letztes Atelier einrichtete. Gala wurde in einem Mausoleum im Schloss bestattet. Salvador Dalí hatte ebenfalls den Wunsch geäußert, dort begraben zu werden, aber aufgrund rechtlicher Umstände und Familienstreitigkeiten wurde er schließlich im Dalí-Theater-Museum in Figueres beigesetzt.

Dali Museum

13. Calella de Palafrugell 

Entfernung von Barcelona: 125 km
Provinz: Girona

Ein charakteristisches Fischerdorf mit mediterranem Flair, das den Charme vergangener Epochen bewahrt hat: Kleine, weiße Häuser, verwinkelte Gassen, Fischerboote am Strand, felsige Klippen und Pinienbäume entlang der Küste, das klare Wasser der Costa Brava und eine sanfte Brise. Genau das erwartet euch in Calella de Palafrugell. Traumhaft schön und in den Sommermonaten lebhaft besucht. Schlicht, aber keineswegs langweilig.

Nicht umsonst wurde Calella de Palafrugell mit dem Siegel “PUEBLO CON ENCANTO” (Dorf mit Charme) ausgezeichnet. Dieses Siegel betont die besondere Anziehungskraft und Schönheit des Ortes, die sich durch verschiedene Aspekte wie Architektur, Denkmalpflege und Tourismus manifestiert.

Entlang der Küste verlaufen Fußwege (Cami de Ronda), die zu atemberaubenden Aussichtspunkten und versteckten, paradiesischen Buchten führen. Ebenso könnt ihr durch diese zu benachbarten Gemeinden wie Llafranc oder sogar bis nach Tamariu gelangen.

Das karibische Flair ist hier buchstäblich spürbar. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wanderten nämlich zahlreiche Bewohner von Calella de Palafrugell (wie auch aus vielen anderen Küstenstädten Spaniens) nach Amerika aus, um wirtschaftliche Möglichkeiten zu erkunden. Kuba war aufgrund seiner historischen Verbindungen zu Spanien und der Handelsmöglichkeiten eines der bevorzugten Ziele. Die Rückkehrer, auf Spanisch als “Indianos” bekannt, erlangten beträchtlichen Wohlstand und errichteten nach ihrer Rückkehr nach Calella de Palafrugell beeindruckende, luxuriöse Häuser, die als “casas de Indianos” bezeichnet werden.

Das Phänomen der Indianos hat die lokale Identität nachhaltig geprägt. Die Architektur dieser Häuser und ihr Einfluss auf die Gemeinde sind noch heute sichtbar. Auch lokale Veranstaltungen wie Feste und Feiern werden mit der Geschichte der Indianos in Verbindung gebracht. Bei Festen erklingt oft kubanische Musik, insbesondere während der Cantada de Habaneras im Juli. Diese Lieder behandeln Themen wie Seefahrt, Liebe und Nostalgie.

Calella de Palafrugell

14. Banyoles See

Entfernung von Barcelona: 126 km
Provinz: Girona

Der Banyoles-See gilt als der größte See in Katalonien und bildet das umfassendste Karstgebiet auf der Iberischen Halbinsel. Seine kristallklaren Gewässer befinden sich inmitten einer beeindruckenden natürlichen Umgebung mit von sattem Grün gesäumten Ufern. Der See spiegelt häufig den Himmel und die umliegenden Hügel wider, was zu einer malerischen Kulisse führt.

Es existieren rund um den See ausgedehnte Wanderwege mit einer Gesamtlänge von 8 km. Wer nicht zu Fuß gehen möchte, kann sich ein Fahrrad mieten, um entspannt um den See zu radeln und dabei die Seele baumeln zu lassen. Der Banyoles-See bietet zudem die Möglichkeit zum Schwimmen, Kajakfahren oder einfach nur, die Natur zu genießen. Besonders beeindruckend ist der Anblick des Sees während des Sonnenuntergangs, wenn das klare Wasser auf zauberhafte Weise seine Farbe verändert.

Möglicherweise habt ihr das Glück, das katalanische Äquivalent zum Loch Ness im Banyoles-See zu entdecken. Es wird erzählt, dass ein Ungeheuer hier seinen Wohnsitz hat… 

Für Sportgeschichts-Enthusiasten: Der Banyoles-See war der Austragungsort der Ruderwettbewerbe während der Olympischen Spiele von Barcelona im Jahr 1992.

Auch die Stadt Banyoles ist wunderschön. Es lohnt sich, durch das historische Stadtzentrum zu schlendern und die erhalten gebliebenen Teile der Stadtmauer zu bewundern. Wenn ihr im Oktober hier seid, dürft ihr auf keinen Fall das Mittelalter-Festival “Aloja” verpassen. Die Veranstaltung füllt die Stadt mit Künstlern, Besuchern und einem mittelalterlichen Markt, der das Leben in dieser Epoche nachstellt. Ihr könnt eine beeindruckende Falkenvorführung erleben und einige mittelalterliche Snacks probieren.

Banyoles See

15. Pals

Entfernung von Barcelona: 129 km
Provinz: Girona

Die Costa Brava birgt nicht nur Dörfer mit weiß getünchten Häusern am Meer, sondern auch malerische Orte mit Steinhäusern, die eine Reise in die Vergangenheit versprechen.

Pals gilt zweifelsohne als eines der schönsten Dörfer im Hinterland der Costa Brava. Auf einem Hügel, umgeben von dicken Stadtmauern, wirkt dieser pittoreske Ort wie eine Filmkulisse.

Die schmalen, gepflasterten Gassen führen durch die Altstadt, vorbei an steinernen Häusern mit kleinen Balkonen und farbenfroher Blumendekoration. Hier und da begegnet man Torbögen und einer Kirche, und der im 12. Jahrhundert erbaute hohe Turm Torre de les Hores ist bereits von Weitem sichtbar. Wenn man den höchsten Punkt des Dorfes erreicht, eröffnet sich ein fantastischer Blick auf die umgebende Landschaft und die Medes-Inseln.

Pals wurde ebenfalls mit dem Siegel “PUEBLO CON ENCANTO” (Dorf mit Charme) ausgezeichnet. Diese Auszeichnung unterstreicht das besondere Flair sowie den architektonischen und denkmalpflegerischen Reiz des Ortes.

Pals

16. Besalú

Entfernung von Barcelona: 131 km
Provinz: Girona

Besalú gilt als einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Orte in Katalonien und steht komplett unter Denkmalschutz. Oft wird es als das schönste Dorf Kataloniens bezeichnet. 

Besalú ist ein Ort mit einem vielfältigen kulturellen Angebot. Hier kann man leicht einen ganzen Tag verbringen, um jeden Winkel in aller Ruhe zu entdecken.

Die strategisch günstige Lage im Mittelalter trug zur historischen Bedeutung von Besalú bei, und bis heute bewahrt die Stadt ihre mittelalterliche Gestaltung mit verwinkelten Gassen und den Überresten ihrer befestigten Mauern. Das Stadtbild zeichnet sich durch eine wunderschöne Architektur, gepflasterte Straßen, Steinfassaden und zahlreiche romanische Gebäude aus dem 12. Jahrhundert aus. An jeder Ecke begegnet man historischem Kulturerbe.

Der herausragendste Schatz von Besalú ist zweifellos die romanische Brücke über den Fluss Fluviá. Diese Brücke mit sieben Bögen gilt als Meisterwerk der romanischen Architektur und ist das Wahrzeichen der Stadt.

Während des Mittelalters beherbergte Besalú auch eine bedeutende jüdische Gemeinschaft. Im jüdischen Viertel sollte man das einzigartige Miqvé besuchen, eines von nur zwei Miqvés auf der Iberischen Halbinsel.

Aufgrund seines historischen Stadtbildes und der zahlreichen Sehenswürdigkeiten wurde Besalú bereits mehrmals als Filmkulisse genutzt, unter anderem für ‘Das Parfum’ und “Game of Thrones”.

Besalu

17. Peratallada

Entfernung von Barcelona: 135 km
Provinz: Girona

Ein weiteres zauberhaftes Dorf im Hinterland der Costa Brava ist Peratallada. Der Name leitet sich vom katalanischen “pedra tallada” ab, was “gemeißelter Stein” bedeutet und sich auf die allgegenwärtigen Steinbauten bezieht. Das gesamte Dorf scheint aus Stein zu sein, von den Häusern bis zu den Straßen. 

Beim Bummeln durch die Gassen fühlt man sich wie in einem lebendigen mittelalterlichen Freilichtmuseum. Die Straßen sind von Grün umgeben und mit Blumen geschmückt, und ein Spaziergang durch die uralten Gassen ist eine wahre Freude. 

Peratallada wurde ebenfalls mit dem Siegel “PUEBLO CON ENCANTO” (Dorf mit Charme) für seine Architektur und das schöne Flair ausgezeichnet.

Peratallada

18. Pedraforca

Entfernung von Barcelona: 136 km
Provinz: Barcelona

Pedraforca, oft als das Matterhorn von Katalonien bezeichnet, ist ein Symbol für den Alpinismus. Der Berg ist zweifellos der emblematischste Berg Kataloniens und einer der markantesten in ganz Spanien – nicht so sehr aufgrund seiner Höhe (2.506 m), sondern wegen seiner herausragenden Lage und charakteristischen Form. Der Berg hat zwei Hauptgipfel, die sich gabelartig teilen und durch einen großen Sattel voneinander getrennt sind. Die katalanische Namensgebung leitet sich von der Form des Berges ab: “pedra” (‚Stein‘) und “forca” (‚Gabel‘). Um das einzigartige Profil des Pedraforca ranken sich viele Legenden.

Pedraforca ist auch einer der am häufigsten bestiegenen Gipfel, den jeder Katalane mindestens einmal in seinem Leben bezwungen haben sollte. Bei ausreichender körperlicher Fitness ist der Aufstieg zum Gipfel keine unmögliche Herausforderung. Von oben aus bietet sich ein atemberaubender Blick auf die Pyrenäen und die umliegenden Regionen.

Auch wenn man den Berg nicht besteigen möchte, ist die Umgebung des Pedraforca von beeindruckender Schönheit. Er befindet sich im Herzen der katalanischen Vorpyrenäen im Naturpark Cadí-Moixeró, einem ausgedehnten Schutzgebiet, das mehrere Berge und Täler umfasst. Dieser geschützte Naturpark zeichnet sich durch eine reiche Vielfalt an Flora und Fauna aus.

Pedraforca

19. Ruinen von Empuriés

Entfernung von Barcelona: 140 km
Provinz: Girona

Empúries ist eine Gemeinde mit einer 2.500 Jahre alten Geschichte, durch die Griechen und Römer zogen und die bedeutenden archäologischen Stätten sind ein deutlicher Beweis dafür.

Die Griechen kamen über Empúries auf die Halbinsel, gründeten die griechische Siedlung Empórion und blieben aufgrund der attraktiven Umgebung lange. Später kamen die Römer, die die Siedlung in Emporiae umbenannten und offensichtlich ebenso von der Region angezogen wurden. Ab dem Jahr 600 v. Chr. beherrschte diese Siedlung am Meer die Region und trug maßgeblich zum Getreidehandel bei. Nach dem Niedergang der Stadt wurden ihre Überreste von einer dicken Sandschicht bedeckt.

Dank dieser historischen Einflüsse verfügt die Region heute über interessante archäologische Stätten beider Zivilisationen in dieser malerischen Ecke des Golfs von Roses. Besucher können hier das archäologische Museum besichtigen, das mit seinen Mosaikböden beeindruckt, und zwischen den Überresten eines Amphitheaters, von Thermen und Villen spazieren gehen.

Empuries Ruinen

20. Siurana 

Entfernung von Barcelona: 144 km
Provinz: Tarragona

Die Region Priorat bildet eine Welt für sich, und in ihrem Inneren existiert eine noch kleinere Welt: das Dorf Siurana und sein Stausee. Das kleine Dorf Siurana wurde auf außergewöhnliche Weise auf einer 730 Meter hohen Klippe errichtet. Es handelt sich um einen isolierten Ort, der praktisch am Rand der Klippe liegt und vollständig von fast 300 Meter hohen Felsen umgeben ist. Diese überragen den Fluss und den Stausee, bieten spektakuläre Panoramablicke auf das gesamte Siurana-Tal und die umliegenden Berge.

Siurana zeichnet sich durch einen ausgeprägten mittelalterlichen Charakter aus, mit gepflasterten Straßen und Steinhäusern, und ist reich an Legenden, die eine nahezu mythische Atmosphäre schaffen. Bekannt ist Siurana als eine der letzten Festungen der Mauren, die von den christlichen Truppen erobert wurde. Eine Legende erzählt, dass als die christlichen Truppen ankamen, die letzte maurische Prinzessin Abdelazia es vorzog, von der Klippe in den Tod zu springen, anstatt in die Hände des Feindes zu fallen. Sie bedeckte die Augen ihres Pferdes und ritt es in Richtung des Abgrunds. Das Tier erkannte zu spät, was geschah, und versuchte im letzten Moment verzweifelt anzuhalten. Dieser verzweifelte Versuch ist heute noch an den Spuren eines Hufeisens im Felsen der Klippe erkennbar und wird als der Sprung der maurischen Königin bekannt.

Sehenswert ist die romanische Kirche Santa Maria, die sich am Rand des Felsens von Siurana befindet. Ebenfalls empfehlenswert sind die Überreste der alten Sarazenenfestung.

Siurana ist darüber hinaus ein beliebtes Ziel für Kletterfans. Die Region bietet zahlreiche hochwertige Kletterrouten, und die Schönheit der Umgebung macht das Erlebnis noch unvergesslicher.

Siurana

21. Cap de Creus & Cadaqués

Entfernung von Barcelona: 171 km
Provinz: Girona

Cap de Creus ist ein Naturpark am östlichsten Punkt der iberischen Halbinsel. Diese felsige Landzunge, eine Art Halbinsel innerhalb der Halbinsel, erstreckt sich als Ausläufer der Pyrenäen ins Mittelmeer. Die Landschaft wurde im Laufe der Jahre durch Erosion und die Einwirkung von Winden geformt, was zu teilweise bizarren Felsformationen führt.

Das Cap de Creus zählt nicht nur zu den schönsten Orten in Katalonien, sondern ist auch ein markantes Wahrzeichen der Costa Brava, das Highlight sozusagen an der katalanischen Küste. Die Region ist geprägt von zahlreichen abgelegenen Buchten mit kristallklarem Wasser, die aufgrund ihrer schweren Zugänglichkeit oft menschenleer sind. In Cap de Creus bietet sich auch die Möglichkeit, vielfältige Wassersportaktivitäten zu betreiben und die faszinierende Unterwasserwelt der Gegend zu erkunden.

Bei verschiedenen Wanderungen könnt ihr außerdem die einzigartige Vegetation mit mehr als 800 Pflanzenarten erkunden und werdet dabei vom typischen Duft von Thymian und Rosmarin begleitet. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichsten See- und Landtieren, die in dieser Region beheimatet sind.

Das Cap de Creus beherbergt auch kulturelle Schätze wie zahlreiche Überreste alter Burgen und eine beeindruckende Anzahl archäologischer Fundstätten. Eine besonders geschätzte Sehenswürdigkeit ist das Kloster Sant Pere de Rodes, ein ehemaliges Benediktinerkloster. Das zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert errichtete Bauwerk thront auf 520 Metern über dem Meeresspiegel und bietet einen wunderschönen Blick auf das Naturschutzgebiet des gesamten Cap de Creus.

In einer verträumten Bucht des Cap de Creus liegt ein weiteres Juwel der Costa Brava – das ehemalige Fischerdorf Cadaqués. Viele bezeichnen es als einen der schönsten Orte ganz Kataloniens.

Die weißen Häuser mit ziegelroten Dächern, auffällig gestrichenen Türen und farbenfrohen Blumen, die an den Wänden hängen, prägen das malerische Bild. Gepflasterte enge Gassen, Fischerboote, das tiefblaue Wasser und der mediterrane Duft schaffen zusammen mit der lebendigen mediterranen Sonne eine absolute Postkartenidylle. Schon die Fahrt nach Cadaqués durch die spektakulären Landschaften des Cap de Creus ist ein Erlebnis für sich. Die abgeschiedene Lage von Cadaqués, umgeben von Bergen und getrennt vom Rest der Region, hat zweifellos dazu beigetragen, dass der Charakter dieses Ortes im Laufe der Jahre bewahrt wurde.

Dieser Ort hat viele Künstler inspiriert, und es ist kein Wunder, dass eine so beeindruckende Landschaft Kreativität hervorruft. Unter den Künstlern, die sich von dieser Umgebung inspirieren ließen, finden sich Namen wie Picasso, Miró, Duchamp und Hamilton. Besonders hervorzuheben ist der surrealistische Künstler Salvador Dalí, der ein Sommerhaus hier in Cap de Creus besaß. Sein Wohnhaus sowie ein ihm gewidmetes Museum mit Parkanlage können bis heute besichtigt werden. Siehe dazu mehr im Kapitel 12.

22. Ebro-Delta

Entfernung von Barcelona: 174 km
Provinz: Tarragona

Der Ebro, mit einer Länge von 930 Kilometern, ist der längste Fluss Spaniens. Sein Schwemmland im Mündungsgebiet zum Mittelmeer erstreckt sich über etwa 320 km² und zählt somit zu den größten Feuchtgebieten Kataloniens und zu einem der bedeutendsten Feuchtgebiete in Europa.

Die mitgerissenen Sedimente des Ebro lagern sich im Delta ab und ziehen eine Vielzahl von Vogel-, Fisch- und Pflanzenarten an. Lagunen und von Schilf umsäumte Uferbereiche schaffen im Naturreservat einen Lebensraum für mehr als 400 Vogelarten und beherbergen eine der größten Brutkolonien von Wasservögeln im gesamten Mittelmeerraum.  Es gibt zudem viele traumhaft weite und naturbelassene Strände, an denen man das faszinierende Treiben von Flamingos beobachten kann. Das Naturreservat wird somit zu einem beeindruckenden Festival für Vögel.

Im Ornithologischen Museum und Informationszentrum “Casa de Fusta” sowie im ökologischen Museum des Naturparks könnt ihr umfassende Informationen über den Lebensraum des Ebro-Delta erhalten.

Das Ebro-Delta ist auch ein ausgezeichneter Ort für den Anbau von Reisfeldern. Die endlosen Reisfelder, die ansonsten eher im asiatischen Raum vermutet werden, prägen das Bild des Deltas und erstrecken sich so weit das Auge reicht.

Im Delta könnt ihr eine Vielzahl von Outdoor-Aktivitäten genießen. Am besten erkundet ihr das Delta mit dem Fahrrad oder während einer Kayaktour. Aus Deltebre, dem Zentrum des Naturparks Ebrodelta, besteht zudem die Möglichkeit, eine sehr preiswerte Bootsfahrt zu unternehmen.

Für Naturliebhaber und jene, die die Ruhe und Atmosphäre malerischer Orte schätzen, ist das Ebro-Delta ein wahrer Schatz der Natur.

Ebro Delta

23. Vall de Nuria

Entfernung von Barcelona: 183 km
Provinz: Girona

Dieses wunderschöne Tal in den katalanischen Pyrenäen ist von Bergen und unberührter Natur umgeben, und die Vielfalt der Grüntöne wird euch verzaubern.

Entlang dieser Hänge zu wandern, klare Seen zu bewundern und die frische Luft zu atmen, ist reine Freude. Man kann auch die umgebenden Gipfel erklimmen und die fantastischen Aussichten über die gesamten Pyrenäen genießen.

Eine der Hauptattraktionen dieses Ortes ist sein Heiligtum, das bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht und der Jungfrau von Núria gewidmet ist. Es ist ein bedeutender spiritueller Ort und zieht sowohl Pilger als auch Besucher auf der Suche nach Kultur und Geschichte an.

Der Ort ist auch berühmt für sein Skigebiet. Im Winter bietet sich die Gelegenheit zum Skifahren.

Von Ribes de Freser oder Queralbs aus könnt ihr mit der Zahnradbahn hinauf fahren, eine schöne Fahrt, während der ihr die beeindruckende Berglandschaft genießen könnt.

Vall de Nuria

24. Mont Rebei-Schlucht

Entfernung von Barcelona: 221 km
Provinz: Lleida

Die Mont-Rebei-Schlucht oder der Congost de Montrebei ist zweifellos eine der beeindruckendsten Schluchten in den spanischen Pyrenäen. Die hohen Felswände, die an einigen Stellen über 500 Meter hoch aufragen, verleihen der Schlucht eine majestätische Präsenz. Die engen Schluchten, markanten Felsformationen und steilen Klippen schaffen eine atemberaubende Kulisse für Besucher und machen den Congost de Montrebei zu einem faszinierenden Naturspektakel.

Entlang der Schlucht bietet der Congost de Montrebei Wanderwege, die sich durch die Landschaft winden und atemberaubende Ausblicke auf die umliegenden Berge und den Fluss Noguera ermöglichen. Eine besonders beliebte Route führt entlang eines schmalen Pfades am Hang der Schlucht, der durch Tunnel und Galerien führt, wodurch ihr in direkten Kontakt mit der imposanten Natur kommen könnt.

Unten in der Schlucht erstreckt sich der Stausee, begleitet vom Fluss Noguera. Eine aufregende Aktivität für Abenteuerlustige ist eine Kajaktour. Diese bietet einzigartige Ausblicke auf die hohen Felswände. Der Kontrast zwischen dem tiefen Blau des Wassers und den imposanten Felsformationen schafft ein unvergessliches Panorama für jeden, der die Schlucht erkundet.

Montrebei

25. Nationalpark Aigüestortes und Sant Maurici

Entfernung von Barcelona: 291 km
Provinz: Lleida

Die majestätischen Pyrenäen prägen mit ihren bis zu 3400 Meter hohen Gipfeln eines der markantesten landschaftlichen Merkmale Kataloniens und der gesamten Iberischen Halbinsel. 

Der Nationalpark Aigüestortes und Sant Maurici, der letzte Ort auf meiner Liste, ist mein absoluter persönlicher Favorit. Er erstreckt sich über die wundervoll vielfältigen Landschaften der Hochpyrenäen. Dieser Ort ist der einzige Nationalpark Kataloniens und einer von 16 in ganz Spanien. Er wurde im Jahr 1955 gegründet und zählt somit zu den ältesten Nationalparks Spaniens. 

Der Nationalpark beeindruckt mit spektakulären Naturschauspielen. Über 200 Gletscherseen schmücken die Landschaft, während zahlreiche Täler sich in charakteristischer U-Form präsentieren, geformt durch die einstigen Bewegungen der Gletscher. Granitsteinformationen und Steinwüsten verleihen der Umgebung eine einzigartige Ästhetik. Die majestätischen Gipfel, die über 3000 Meter hoch aufragen, und von grünen Wäldern durchzogen sind, werden durch tiefblaue Seen, wilde Wasserfälle und die “verdrehten Gewässer” (=Aigüestortes) ergänzt – ein Ausdruck, der auf die zahlreichen Flüsse, Bäche und Wasserläufe mit ihren verschlungenen Verläufen im Gebiet des Nationalparks hinweist. Dieser Name spiegelt treffend die geografischen Besonderheiten und die faszinierende Naturvielfalt dieses Gebiets wider.

Die äußerst artenreiche Flora und Fauna entfaltet sich in Höhenlagen zwischen 1200 und 3000 Metern. Das Wandern wird hier zu einem unvergleichlichen Erlebnis. Ein besonders bekannter Fernwanderweg ist der GR11, der sich über die gesamte Länge der Pyrenäen erstreckt und auch durch diesen Nationalpark führt. Der Park ist von verschiedenen Einstiegspunkten aus zugänglich.

Am Rande des Nationalparks, im Vall de Boí, liegen malerische Bergdörfer mit äußerst berühmter romanischer Kunst, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Diese Dörfer bergen jeweils einzigartige Schätze – romanische Kirchen aus dem 11. und 12. Jahrhundert, die sich durch ihre gut erhaltene Struktur, ihre beeindruckenden Fresken und ihre kunstvollen Skulpturen auszeichnen. Jede dieser Kirchen hat ihre eigenen künstlerischen Besonderheiten.

Aigüestortes Nationalpark

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