Der Tibidabo, mit einer Höhe von 512 Metern, ist der höchste Gipfel in der Bergkette Serra de Collserola. Diese Bergkette, 17 km lang und 6 km breit, stellt größtenteils die natürliche Grenze zwischen der Stadt Barcelona und ihrem Ballungsraum dar. Gleichzeitig dient sie als grüne Barriere, die die Stadt von den umliegenden Ortschaften trennt. Die Serra de Collserola erfüllt auch die Funktion einer grünen Lunge, die maßgeblich zur Lebensqualität in der Metropolregion Barcelona beiträgt.

Die Collserola-Region bietet ein weitläufiges Netzwerk von Wegen und Pfaden, was sie zu einem idealen Ort für verschiedene Outdoor-Aktivitäten macht. Hier können Familien entspannte Spaziergänge unternehmen, gemütliche Picknicks genießen und Sport treiben, und das alles, ohne sich dabei zu weit von der Metropole Barcelona entfernen zu müssen.

Collserola

Der Tibidabo stellt einen herausragenden Aussichtspunkt dar, der von praktisch jedem Teil der Stadt aus sichtbar ist. Dies macht ihn zu einem äußerst beliebten Ort, um einen umfassenden Blick über ganz Barcelona zu genießen. An klaren Tagen erstreckt sich die Aussicht vom Tibidabo bis zum Montserrat-Gebirge, und bei besonders günstigen Wetterbedingungen besteht sogar die Möglichkeit, die etwa 200 Kilometer entfernte Insel Mallorca zu erkennen!

Der Ursprung des Namens Tibidabo ist nicht eindeutig geklärt, jedoch wird angenommen, dass er auf den lateinischen Ausdruck “tibi dabo” zurückgeht, was übersetzt so viel bedeutet wie “Ich werde dir geben”. Diese Bezeichnung bezieht sich auf einen Vers in der Bibel, in dem der Teufel zu Jesus sagt: “All das werde ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.” In diesem biblischen Kontext führt der Teufel Jesus auf einen hohen Berg, zeigt ihm alle Reiche der Welt und versucht, ihn mit den Worten zu verführen. Jesus lehnte dankend ab, und somit bleibt der Tibidabo nicht nur als geographisches Merkmal, sondern auch mit einer interessanten biblischen Verbindung in Erinnerung.

Tibidabo Barcelona

Sehenswürdigkeiten auf dem Berg Tibidabo

Die Urbanisierung des Tibidabo begann Ende des 19. Jahrhunderts, und im Laufe der Jahre entstanden einige bedeutende Sehenswürdigkeiten, die den Berg zu einer Touristenattraktion machten. Der Berg wurde zur Mode und passte sich den wechselnden Vorlieben und Trends gut an. Ein Besuch des Berges verspricht zweifellos ein unvergessliches Erlebnis.

Temple Expiatori del Sagrat Cor de Jesús – die Kirche von Tibidabo

Der strahlende Heilig-Herz-Jesu-Sühnetempel (auf Katalanisch Sagrat Cor de Jesús) thront auf dem Gipfel des Tibidabo und prägt das nächtliche Stadtbild von Barcelona.

Die Hauptmotivation für den Bau der zwischen 1902 und 1961 entstandenen Kirche war nicht nur religiöser Natur. Die Auswahl des Standorts auf dem Tibidabo-Gipfel ermöglichte es, die Kirche auch zu einem markanten Symbol für Barcelona zu machen. In dieser Zeit war die Verehrung des Heiligen Herzens Jesu im Trend, und die Kirche orientierte sich an anderen Tempeln wie dem Sacré-Cœur in Paris, mit dem sie aufgrund ihrer ähnlichen Dekoration verglichen wird. Zudem wurden beide Kirchen auf einem Hügel erbaut und tragen übersetzt denselben Namen.

Tibidabo Kirche Sagrat Cor

Die Kirche besteht aus verschiedenen Teilen, die zusammen die gesamte Struktur des Tempels bilden:

  • Basilika: Das Hauptgebäude, ein neugotisches Bauwerk, beherbergt den Hauptaltar.
  • Krypta: Dieser unterirdische Raum befindet sich unterhalb der Basilika.
  • Christusstatue: Die imposante Statue auf dem Gipfel der Kirche ist das markanteste Merkmal. Der Zugang erfolgt per Aufzug gegen eine Gebühr von 5 EUR. Die Statue, mit ausgebreiteten Armen, erinnert an Rio de Janeiro und misst 7,5 Meter. Sie vermittelt den Eindruck, ihre Arme schützend über die gesamte Metropole auszustrecken.
  • Aussichtsplattform: Über der Krypta gelegen, kann die Plattform kostenfrei über Treppen an beiden Seiten erreicht werden. Von hier aus bietet sich ein atemberaubender Blick auf Barcelona.
Christusstatue Tibidabo
Blick-aus-Sagrat-Cor-Tibidabo

Torre de Collserola – der Fernsehturm von Barcelona

Auch der Torre de Collserola, der imposante Fernsehturm, prägt die Skyline von Barcelona. Dieses Bauwerk aus Stahl und Beton wurde anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1992 errichtet und stellt ein markantes architektonisches Element dar.

Entworfen wurde der Turm vom renommierten britischen Architekten Sir Norman Foster, der weltweit für die Schaffung repräsentativer Bauwerke bekannt ist.

Mit einer Höhe von 288 Metern ist der Fernsehturm der höchste in Spanien. Von seiner Aussichtsplattform im 10. Stock, die einen gläsernen Boden hat und einen 360º Rundumblick bietet, ermöglicht er einen beeindruckenden Blick auf Barcelona und seine Umgebung. Auf einer Höhe von 560 Metern über dem Meeresspiegel ist dies der höchstgelegene begehbare Ort, von dem aus man auf die katalanische Hauptstadt blicken kann. Ein einzigartiges Erlebnis.

Der Turm fungiert nicht nur als Aussichtspunkt, sondern beherbergt auch verschiedene technische Einrichtungen für Rundfunk- und Telekommunikationszwecke. 

Hinweis: Die Torre de Collserola ist vorübergehend geschlossen. (Stand: Januar 2024).

Torre Collserola

Parc d’atraccions Tibidabo – der Freizeitpark auf dem Tibidabo

Der Freizeitpark von Tibidabo ist der älteste in ganz Spanien und zählt auch zu den fünf ältesten in Europa. Im Jahr 1901 wurde er gemeinsam mit der Tibidabo Funicular, einer Standseilbahn, eröffnet. Diese stellte zugleich die erste bedeutende Attraktion des Parks dar, was auf den innovativen Charakter dieses damals einzigartigen Verkehrsmittels zurückzuführen ist.

Die Standseilbahn (Funicular del Tibidabo) erfuhr kürzlich eine Modernisierung und wurde erneut als eine der Attraktionen in den Park eingeführt. Unter dem Namen Cuca de Llum bringt die Glühwürmchen-Bahn nun die Besucher direkt vor die Tore des Freizeitparks.

Der Freizeitpark, der über 100 Jahre alt ist, mag vielleicht nicht so viele Nervenkitzel bieten wie die neuen, modernen Vergnügungsparks. Dennoch ist sein besonderes Flair mit teilweise antiken Fahrgeschäften und einem spektakulären Blick auf die Stadtschwer zu übertreffen.

Der obere Bereich des Parks, die Panorama-Zone bzw. der Sky Walk, ist für Besucher frei zugänglich. Von der Aussichtsplattform aus genießt man einen beeindruckenden Blick auf Barcelona.

Blick-auf-Barcelona-von-Tibidabo

Der eigentliche Vergnügungspark mit mehr als 30 Attraktionen, Shows und einzigartigen Aktivitäten befindet sich auf den unteren Ebenen. Viele dieser Fahrgeschäfte stammen noch aus der Gründerzeit und sind weiterhin in Betrieb. 

Weitere Informationen zu den Attraktionen, dem Ticketkauf und den Öffnungszeiten des Tibidabo Freizeitparks u.v.m. findet ihr  in unserem Artikel “Barcelona mit Kindern” oder auf der offiziellen Website des Tibidabo.

Freizeitpark Tibidabo

Torre d’Aigües – der Wasserturm von Tibidabo

Der Wasserturm war das erste Bauwerk, das das Erscheinungsbild von Tibidabo veränderte. Errichtet im Jahr 1905, diente dieser Turm dazu, Wasser für den Vergnügungspark und die naheliegenden Wohnsiedlungen entlang der Avenida Tibidabo zu speichern und zu verteilen.

Der Turm besticht durch seinen Renaissancestil und eine markante Kuppel, in der sich der Wassertank befindet. Die Tanks wurden in großer Höhe angebracht, um das Wasser mit ausreichendem Druck für die Versorgung der umliegenden Häuser bereitzustellen.

Wassertürme wurden zu einem integralen Bestandteil der Stadtplanung in vielen Wohnsiedlungen und prägten bald das Stadtbild von Barcelona. Dies stellte eine technologische Revolution dar, die damals durch private Initiative initiiert wurde.

Hinweis: Der Wasserturm ist nicht öffentlich zugänglich.

Wasserturm Tibidabo

Observatori Fabra – die Sternwarte von Barcelona

Auf dem Tibidabo steht auch das beeindruckende Fabra-Observatorium, das im Jahr 1904 eingeweiht wurde. Es zählt damit zu den ältesten noch in Betrieb befindlichen Observatorien weltweit. Die langjährige Geschichte des Observatoriums ermöglichte eine systematische und kontinuierliche Erforschung des lokalen Klimas, der seismischen Aktivitäten in der Region sowie der Astronomie.

Das Fabra-Observatorium bietet organisierte Führungen mit Beobachtungen des Mondes, des Jupiter, des Saturn oder des Mars, je nach Jahreszeit, sowie anderer Himmelskörper an. Es besteht sogar die Möglichkeit, ein Abendessen unter dem Sternenhimmel zu genießen. Die Beobachtungen werden wie vor einem Jahrhundert durchgeführt, und zwar mit dem riesigen Refraktor aus dem Jahr 1904. Dieses einzigartige Erlebnis könnt ihr unter folgendem link reservieren.

Beim Betreten oder Verlassen des Observatoriums machen die Besucher eine weitere interessante Entdeckung: einen kurzen botanischen Spaziergang durch die umgebenden Gärten. Dort können sie eine Vielzahl von Pflanzen bewundern, darunter Kiefern, Tannen, Zypressen, Steineichen, Buchsbäume, Mimosen, Lorbeer, Mastix und viele weitere Arten.

Observatorium Barcelona

Wie kommt man auf den Tibidabo?

Mit dem Tibibus und der Cuca de Llum/Funicular del Tibidabo

Für Besucher des Tibidabo Freizeitparks ist die Anfahrt mit dem Tibibus und der Cuca de Llum im Eintrittspreis zum Freizeitpark inbegriffen. Eintrittskarten können im Voraus online erworben und für die Anreise genutzt werden. Alternativ können Eintrittskarten auch direkt vor Ort im Tibidabo Store (Paseo Sant Gervasi 36) gekauft werden.

Der Fahrpreis für den Tibibus in Verbindung mit der Funicular Cuca de Llum, ohne Eintritt zum Freizeitpark, beträgt 12 EUR.

Um mit dem Tibibus und der Cuca de Llum zum Vergnügungspark zu gelangen, sind diese drei Etappen zu bewältigen:

  1. Ab Plaça de Catalunya mit der Ferrocarril de la Generalitat (Eisenbahn) L7 bis zur Haltestelle Av. Tibidabo.
  2. Von dort (Plaça Kennedy) nimmt man den kostenfreien Tibibus T2C.
  3. Abschließend fährt man vom Plaça Doctor Andreu mit der Standseilbahn (Funicular Cuca de Llum), die am Gipfel des Berges wenige Schritte vom Vergnügungspark entfernt hält.

Mit dem Hop-On-Hop-Off Bus

Beide Anbieter der Hop-On-Hop-Off Stadtrundfahrten machen Halt an der Plaça Kennedy. Von hier aus könnt ihr eure Fahrt mit dem Tibibus T2C und der Funicular Cuca de Llum fortsetzen (siehe den letzten Abschnitt). Inhaber eines Tickets für den Bus Turístic erhalten zudem einen Rabatt auf den Fahrpreis der Cuca de Llum (sowie auf den Eintrittspreis des Freizeitparks, der wiederum die Tickets für die Standseilbahn und den Tibibus beinhaltet).

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Wenn man nicht vorhat, den Freizeitpark zu besuchen, ist die kostengünstigste Möglichkeit, auf den Tibidabo zu gelangen, die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. 

Falls ihr im Besitz der Barcelona Card und/oder der Hola Barcelona Travel Card seid, könnt ihr sogar kostenfrei fahren.

Dabei sind diese 3 Etappen zu bewältigen:

  1. Ab Plaça de Catalunya mit der Ferrocarril de la Generalitat (Eisenbahn) S1 oder S2 bis zur Haltestelle Peu del Funicular.
  2. Direkt an derselben Station mit der Standseilbahn FV ab Vallvidrera Inferior bis zur Station Vallvidrera Superior.
  3. Einmal dort angekommen, setzt die Reise mit dem Bus der Linie 111 ab der Haltestelle Funicular de Vallvidrera bis Tibidabo fort (8 Haltestellen). Wenn ihr zum Torre de Collserola möchtet, steigt an der 3. Haltestelle Ctra de Vallvidrera-Cruïlla de Carreteres aus.

Obwohl es auf den ersten Blick kompliziert erscheinen mag, ist die Anbindung tatsächlich recht einfach. Die Verbindungen sind gut, es gibt keine langen Fußwege dazwischen, und sowohl die Züge, die Standseilbahn als auch der Bus fahren in regelmäßigen Abständen. Insgesamt dauert es etwa 45 Minuten ab Plaça Catalunya, um den Tibidabo auf diesem Weg zu erreichen.

Mit dem Auto

Ihr habt auch die Möglichkeit, mit dem eigenen Auto anzureisen, allerdings ist es sehr empfehlenswert, im Voraus einen Parkplatz zu reservieren. Das Auto kann dann auf dem kostenpflichtigen Parkplatz etwas unterhalb des Vergnügungsparks und der Kirche abgestellt werden. Der Parkplatz verfügt über etwa 500 Stellplätze, die während der Saison auch einmal alle belegt sein können.

Tramvia Blau

Die Tramvia Blau, die blaue Straßenbahn, ein beliebtes Transportmittel für Touristen, ist derzeit nicht in Betrieb. Dies liegt daran, dass der Betrieb vorübergehend aufgrund von Verbesserungsarbeiten an den Anlagen eingestellt wurde. Die Modernisierung der Infrastruktur wird es jedoch ermöglichen, das älteste Transportmittel der Stadt (1901 eingeweiht) auch weiterhin zu nutzen.

Hotels auf dem Tibidabo

Auf dem Berg Tibidabo besteht sogar die Möglichkeit, zu übernachten. Bereits aus der Ferne sticht das imposante 5-Sterne-Hotel Gran Hotel La Florida G.L Monumento ins Auge. Das Hotel beeindruckt nicht nur durch seine majestätische Präsenz, sondern bietet auch spektakuläre Aussichten von der Panoramaterrasse, den Gärten sowie den Zimmern auf Barcelona und das Mittelmeer. Zusätzlich verfügt es über ein luxuriöses Spa, um den Aufenthalt noch angenehmer zu gestalten. Das Hotelrestaurant verwöhnt die Gäste mit katalanischen, spanischen und mediterranen Gourmetgerichten, wodurch ein rundum exquisites Erlebnis geboten wird.

Gran Hotel La Florida Tibidabo

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