Egal, ob es darum geht, atemberaubende Menschentürme zu errichten, ungeheuerliche Feuerläufe durch die Straßen zu inszenieren, ungewöhnliche lokale Produkte der Saison zu genießen oder amüsante Bräuche zu Weihnachten zu pflegen – die eigenwilligen katalanischen Traditionen sind ein Spektakel für jeden.
Katalonien beheimatet eine reiche nationale Kultur. Die Bewohner feiern ihre kulturelle Identität mit Stolz und legen einen bedeutenden Wert darauf. Diese Hingabe erklärt die blühende Volkskultur in einer derart kosmopolitischen Region. Die jahrhundertealten Traditionen werden auf unterschiedlichste Weisen gefeiert, sowohl in Verbindung mit internationalen Festtagen wie Weihnachten oder Halloween als auch als zeitlose, ganzjährige Begleiter. In diesem Artikel habe ich für euch die skurrilsten von allen ausgesucht.
Sant Jordi – der katalanische Valentinstag
Der Sant Jordi, auf Deutsch als Heiliger Georg bekannt, ist der Schutzpatron Kataloniens. Er spielt eine besonders bedeutende Rolle hier zu Lande und so kann man in Barcelona Abbildungen von Sant Jordi in vielfältigen Formen und Darstellungen an zahlreichen Gebäuden entdecken. Und alljährlich am 23. April wird ein einzigartiges und farbenprächtiges Fest zu seinen Ehren gefeiert.
An diesem besonderen Tag beschenken Männer die Frauen mit roten Rosen, weshalb der Tag des Sant Jordi auch als der katalanische Valentinstag bekannt ist. Als Gegengabe schenken die Frauen den Männern ein Buch. So wird dieser Feiertag zu einem Tag der Liebe und Kultur, indem Romantik mit literarischer Tradition verbunden wird. Wie zu erwarten verzeichnen Buchhändler und Blumenverkäufer am Tag des Sant Jordi einen enormen Umsatzanstieg, und die Straßen sind gesäumt von zahlreichen Ständen, die Rosen und Bücher anbieten.

Aber wie ist eigentlich die Ursprungsgeschichte dieser Tradition der Rosen und Bücher entstanden?
Die Legende von Sant Jordi ist eine Geschichte über Tapferkeit und Liebe und findet sich in verschiedenen Kulturen mit variierenden Versionen wieder. Zum Beispiel ist Sant Jordi auch der Schutzpatron von England, bekannt als St. Georg.
Die am häufigsten mit Sant Jordi assoziierte Version berichtet von einem Drachen, der ein Dorf in Angst und Schrecken versetzt. Um den Drachen zu besänftigen, wählen die Dorfbewohner durch Los jeden Tag ein Opfer aus der Gemeinschaft aus. Schließlich fällt auch die Tochter des Königs diesem grausamen Los zum Opfer. Sant Jordi, ein unerschrockener Ritter, entscheidet sich dazu, dem Drachen entgegenzutreten, um die Prinzessin zu befreien. In einem erbitterten Kampf gelingt es Sant Jordi schließlich, den Drachen zu besiegen. Dort, wo das Blut des Drachen die Erde berührte, erblühten rote Rosen. Als Symbol der Liebe und des Triumphs überreicht der edle Sant Jordi der dankbaren Prinzessin eine dieser Rosen.
Die Tradition des Verschenkens von Rosen am Sant Jordi-Tag reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, als man begann, Blumen als Zeichen der Zuneigung zwischen Liebenden auszutauschen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts verschmolz diese Tradition mit dem Internationalen Tag des Buches, der ebenfalls am 23. April begangen und dem Gedenken an drei bedeutende Schriftsteller, die an diesem Tag verstorben sind, gewidmet ist: Miguel de Cervantes, William Shakespeare und Inca Garcilaso de la Vega.
Die Straßen Kataloniens sind während des Festes von Sant Jordi belebt und bieten eine wunderschöne Atmosphäre. An diesem Tag wird auch die Casa Battló von Gaudí, auch als das Haus des Drachen bekannt, mit roten Rosen geschmückt. Dadurch erstrahlt sie in besonderer Pracht und ist sehr empfehlenswert für einen Besuch.

Sant Joan – das katalanische Mittsommerfest
In Katalonien wird die Nacht vom 23. auf den 24. Juni als magische Nacht gefeiert. Es wird die Sommersonnenwende gefeiert, auch wenn diese bereits zwei Tage zuvor stattgefunden hat. Dieses Fest steht aber auch im Zeichen der Feierlichkeiten zum Geburtstag von Johannes dem Täufer.
Die Feierlichkeiten sind geprägt von tief verwurzelten symbolische
